Depressionen erklärt

**Definition Depression:** 

Depression ist eine psychische Erkrankung, bei der in den meisten Fällen eine Störung des Gehirnstoffwechsels vorliegt, und die sich durch anhaltende Gefühle von Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit und einem Verlust von Interesse an Aktivitäten auszeichnet, die einst Freude bereitet haben. Es ist eine ernste Erkrankung, die das alltägliche Leben stark beeinträchtigen kann und eine Vielzahl von Symptomen aufweist, die sowohl das emotionale als auch das körperliche Wohlbefinden beeinflussen.  

 

**Verschiedene Arten der Depression:** 

 

  1. **Major Depression:** Auch bekannt als klinische Depression, ist dies die häufigste Form der Depression. Sie ist gekennzeichnet durch anhaltende und schwere depressive Symptome, die das tägliche Leben beeinträchtigen können.

 

  1. **Dysthymie (anhaltende depressive Störung):** Dysthymie ist eine chronische Form der Depression, die weniger schwerwiegend ist als eine Major Depression, aber über einen längeren Zeitraum andauert, oft mindestens zwei Jahre.

 

  1. **Saisonale affektive Störung (SAD):** Diese Form der Depression tritt saisonal auf, in der Regel im Herbst oder Winter, und ist oft mit einem Mangel an Sonnenlicht und veränderten biologischen Rhythmen verbunden.

 

  1. **Bipolare Störung:** Auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt, umfasst die bipolare Störung depressive Episoden sowie manische oder hypomanische Episoden, in denen der Betroffene extrem energiegeladen, euphorisch oder reizbar sein kann.

 

  1. **Psychotische Depression:** Diese Form der Depression geht mit zusätzlichen psychotischen Symptomen einher, wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen.

 

  1. **Postpartale Depression:** Postpartale Depression tritt bei einigen Frauen nach der Geburt eines Kindes auf und ist durch depressive Symptome gekennzeichnet, die sich auf das Muttersein beziehen können.

 

  1. **Anpassungsstörung mit depressiver Stimmung:** Diese Form der Depression tritt als Reaktion auf einen belastenden Lebensereignis oder eine Veränderung auf und äußert sich durch depressive Symptome, die zeitlich mit dem Ereignis zusammenhängen.

 

Es ist wichtig anzumerken, dass Depressionen individuell unterschiedlich sein können und verschiedene Formen von Depressionen auch gemeinsam auftreten können. Die Behandlung und Bewältigung der Depression hängt von der spezifischen Art der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen ab. 

 

**Ursachen von Depressionen:** 

- Entwicklungstrauma: Frühe traumatische Erfahrungen oder Vernachlässigung in der Kindheit können das Risiko für Depressionen erhöhen. 

- Schocktrauma: Plötzliche und belastende Ereignisse wie Unfälle oder Gewalterfahrungen können zur Entwicklung von Depressionen beitragen. 

 

**Symptome einer Depression:** 

- Gefühle der Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. 

- Verlust von Interesse an Aktivitäten, die einst Freude bereitet haben. 

- Schlafstörungen, Appetitveränderungen und Energieverlust. 

- Konzentrationsschwierigkeiten und Gedanken an Wertlosigkeit oder Schuld. 

 

**Biologische Aspekte von Depressionen:** 

- Im Gehirn von Menschen mit Depressionen können biochemische Ungleichgewichte auftreten, insbesondere bei Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. 

- Strukturveränderungen im Gehirn, insbesondere im präfrontalen Cortex und im limbischen System, können die Stimmung und Emotionen beeinflussen. 

 

**Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen:** 

- Psychotherapie, einschließlich kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) und interpersonalen Therapie (IPT), um negative Denkmuster zu identifizieren und zu ändern. 

- Medikamentöse Therapie, wie Antidepressiva, zur Regulierung der Neurotransmitter im Gehirn. 

- Selbsthilfestrategien, wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressbewältigungstechniken. 

 

**Stabilität und Prävention:** 

- Ein stabiles Unterstützungssystem aus Familie, Freunden und professioneller Hilfe. 

- Selbstfürsorgepraktiken, wie regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken. 

- Achtsamkeit und Achtsamkeitspraktiken, um negative Gedankenmuster zu erkennen und zu regulieren. 

- Frühzeitige Intervention bei ersten Anzeichen von Depressionen, um die Behandlungschancen zu verbessern und das Risiko von Komplikationen zu reduzieren. 

 

**Angstentwicklung durch Depressionen:** 

- Depressionen können mit Angststörungen einhergehen, da die Gefühle der Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit oft von Angst, Sorge und Unruhe begleitet werden. 

- Die Angst kann verschiedene Formen annehmen, wie generalisierte Angststörung (GAD), soziale Angststörung oder Panikstörung, und erfordert oft eine separate Behandlung neben der Depressionstherapie. 

 

Daten: 

Jährlich erkranken 17,8 Millionen Menschen an einer psychischen Störung, das sind 27,8% der Bevölkerung.  

Davon sind 5,3 Millionen Menschen (8,2% der 18 - 79 jährigen) von Depressionen betroffen. 

Etwa 3 von 100 (2,5 Millionen) Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Bipolare Störung (Quelle: psychonet.de).

Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen – das ist ein Unterschied zu den rein depressiven Erkrankungen

(unipolare Depressionen), bei denen der Anteil der Frauen überwiegt .

 

Depressionen und Suizid sind eng miteinander verbunden.

10%-15% aller Patienten mit einer schweren Depression sterben letztendlich durch Suizid.

Zwischen 40% und 70% aller depressiven Patienten berichten von suizidalen Gedanken und

90% aller Menschen, die durch einen Suizid ums Leben kommen, litten an einer psychischen Erkrankung, meist an einer Depression.

2022 gab es 1058 Todesfälle die im Zusammenhang mit Depressionen standen. 

 

F32 Depressive Episode - 1058  

plus 

F33 Rezidivierende depressive Störung - 24 

F34 Anhaltende affektive Störungen - 3 

Quelle : statista.com

Das Selbsttötungsrisiko bei Bipolar ist 20 bis 30 mal so hoch wie bei gesunden Menschen. Ungefähr 25 bis 50 von 100 Betroffenen unternehmen im Laufe des Lebens einen Selbstmordversuch, ungefähr 15 bis 20 von 100 sterben dadurch.

 

17% der 3 - 14 jährigen zeigen psychische Probleme.

3% - 10% in diesem Alter zeigen depressive Symtome.

21.900 Heranwachsende im Alter zwischen 10 und 17 Jahren waren wegen depressiver Episoden in Stationärer Behandlung (2021).

 

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